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Reihe Lerntheorie 1

Klassische Konditionierung


 

Die Klassische Konditionierung wurde von dem russischen Mediziner und Physiologen Iwan Pawlow begründet. Sehr bekannt dazu ist der Ausdruck „Pawlowscher Hund“.
Er arbeitete gerade an einer Forschung über Verdauungsdrüsen beim Hund, als er zufällig bemerkte, dass die Hund schon beim Scheppern der Futterschüssel zu Speicheln begannen.

Wie funktioniert das?

Blog 013 Lerntheorie1KlassischeKondEin neutraler Reiz löst bei einem Lebewesen keine Reaktion aus. (Bsp.: Glocke)
Ein unbedingter Reiz (angeboren) löst ohne vorheriges Lernen eine Reaktion aus (Bsp.: Speicheln auf Futter)

Nun wird dieser neutrale Reiz (Glocke) mit dem unbedingten Reiz (Futter) kombiniert und löst somit die Reaktion für den unbedingten Reiz aus (Speicheln). Nach mehrmaliger Wiederholunge löst alleine der neutrale Reiz (Glocke), der zuvor keine Reaktion auslöste, die Reaktion des unbedingten Reizes aus (Speicheln).

Auch das Clickertraining macht sich diese Lerntheorie zunutze und verknüpft ein klick-klack Geräusch mit Futter. Diese konditionierte Erwartungshaltung für Futter (oder eine andere Belohnung) verschafft uns einen nicht zu verachtenden Timing-Vorteil im Training!

Alle Lebewesen lernen durch die klassische Konditionierung etwas über die Zusammenhänge bestimmter Ereignisse in ihrer Umwelt.

Es geht nicht um Verhalten!

Bei der klassischen Konditionierung geht es nicht um ein bestimmtes Verhalten, sondern es ist lediglich eine Reiz-Reaktion Beziehung. Gegen die sich übrigens niemand wehren kann. Auch jene, die behaupten, dass sie nicht mit Konditionierung arbeiten (ja die gibt’s :P) sind davor nicht gefeit!
Wenn wir ein bestimmtes Verhalten belohnen möchten, befinden wir uns bei operanten Konditionierung. (Text dazu folgt)

Klassische Konditionierung ruft Emotionen hervor!

Schon mal einen bekannten Duft in der Nase gehabt und sofort an eine bestimmte Situation gedacht mit den passenden Gefühlen dazu? Ja – dann wurdest du klassische konditioniert!
Auch in der Werbung werden wir dadurch manipuliert: Ein angenehmer Reiz (z.B. Sonne, Strand, Meer) wird mit etwas verknüpft (z.B. Coca Cola) und soll uns dadurch zum Kauf der Produkte anregen.

„Pawlow is always sitting on your shoulder!“

Klassische Konditionierung findet immer statt, das kann man sich nicht aussuchen, das ist einfach so. Daher sollte immer darauf geachtet werden, welche Signale dem Hund ein Ereignis ankündigen. So kann man eine ungewollte Verknüpfung verhindern. Und natürlich spielen hier die Emotionen wieder eine große Rolle! Löst ein Lichtblitz bei deinem Hund schon Angst aus, weil darauf immer der Donner und ein Gewitter gefolgt sind?

Reizüberschattung

Damit das alles auch so funktioniert wie in der Theorie beschrieben, dürfen die zwei Reize, die miteinander verknüpft werden sollen, nicht gleichzeitig auftreten. Dann überschatten sie sich nämlich gegenseitig. Sie sollten immer kurz hintereinander präsentiert werden.


Tipp: Teste doch mal aus ob dein Hund das „Sitz“ als reines Wortsignal versteht, wenn du ganz ruhig dastehst und die Hände an den Oberschenkeln liegen hast. Na, weiß er was du von ihm möchtest? Oder versteht er dich erst, wenn du dich wie immer dabei bewegst? Du könntest dich auch filmen um dir dann genau anzusehen, welche kleinen körpersprachlichen Hilfen du ihm gibst.
Hast du vielleicht das Wortsignal immer gleichzeitig mit deinem Handzeichen gegeben und dein Hund konnte dies nicht voneinander trennen?

Und was passiert im Alltag?

In vielen Alltagssituationen werden die Hunde, aber auch die Menschen klassisch konditioniert.

  • Bei Menschen die den Zweiten Weltkrieg miterlebt hatten, löste alleine der Sirenenton schon die Angst vor einer Bombe aus, da dies häufig in Kombination passierte.
  • Wird der Hund jedes Mal, nachdem sich sein Besitzer die Autoschlüssel nimmt zuhause gelassen, wird er dies schon wissen wenn er nur zu den Schlüsseln greift.
  • Wird einem nach dem Verzehr von Essen schlecht, löst in späterer Folge meist schon der Anblick dieses Essens wieder die Übelkeit aus. Dies reicht oft schon einmalig!

 

Ein witziger Selbstversuch beim Menschen

Du möchtest die klassische Konditionierung besser verstehen? Dann bring Pawlow´s Hund zum speicheln!

 

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