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Training to the Next Level

Vor kurzem durfte ich für die Happy Dog Insider Facebookseite eine Artikelreihe verfassen. Hier findet ihr alle Beiträge zusammengefasst.

 

Unter dem Motto "Training to the Next Level" verrät Heidrun Pusch an welchen Stellschrauben du drehen kannst, um schneller und effektiver zu trainieren.
Frei nach dem Motto von Bob Bailey: " Training is simple, but not easy!"

Lass dich coachen!

Blog 021 happydoginsider1Dass beim Training mit einem Markersignal (z.B. Clicker oder Markerwort) ein gutes Timing zu einem schnelleren Trainingserfolg führt ist allseits bekannt. An was du allerdings noch denken solltest, ist, ob du deinem Hund unbewusste Signale sendest oder zu früh nach der Belohnung greifst. Um das zu überprüfen und zu verbessern macht es Sinn, wenn du dich von jemanden coachen lässt.

Das ist ganz einfach:

▷ Frage jemanden, ob er dich beim Training beobachtet und unterstützt.

▷ Seine Aufgabe ist, immer dann „gut“ zu sagen, wenn du deine Aufgabenstellung erfüllst. Erfüllst du sie nicht, wird auch nichts gesagt. Nun wirst du quasi für dein richtiges Verhalten gemarkert. Auch hier spielt das richtige Timing eine Rolle!

▷ Suche dir einfache Übungen für deinem Hund aus - z.B. Sitz, Platz, Bleiben, Handtouch usw. und wiederhole diese in unterschiedlicher Reihenfolge 7x.

▷ Deine erste Aufgabe dabei ist: Deine Hände sind bis zur Signalgabe auf deinen Oberschenkeln.
Beispiel: Signalgabe für das Sitz ist der ausgestreckte Zeigefinger der rechten Hand die nach oben geht – sonst bleibst du bewegungslos stehen.

▷ Deine nächste Aufgabe ist: Wende das Markersignal im richtigen Timing an.
Beispiel für das Sitz: Wenn der Popo deines Hundes den Boden berührt sollte dein Markersignal erfolgen.

▷ Wiederhole wieder die Übungen, so dass du insgesamt 7 Durchgänge hast.

▷ Deine letzte Aufgabe ist: Greife erst nach dem Markersignal zur Belohnung.

▷ Wiederhole wieder die Übungen, so dass du insgesamt 7 Durchgänge hast.

Du kannst dir auch noch weitere Aufgaben ausdenken. Achte nur darauf, dass sie einfach formuliert sind und nicht aus zwei oder mehreren Teilen bestehen.


Click for action – feed for position

Blog 021 happydoginsider2„Clicke für die Aktion – füttere in der Position“

Das heißt, dass wir beim Training immer einen Clickpunkt und einen Futterpunkt haben. Der Click sollte in dem Moment der gewünschten Bewegung erfolgen und das Futter in einer Postion, die dem Trainingsziel entspricht.

Wichtig: Der Click beendet das Verhalten nicht! Denn, je nach dem wie lange du brauchst um die Belohnung zu geben, ist da viel Zeit, in der sich der Hund noch verhalten kann - und das belohnst du alles mit! Daher sollte man sich auch immer Gedanken über den Belohnungsort machen.

Ein Beispiel:
Du möchtest deinem Hund beibringen, auf ein Signal hin auf seine Decke zu gehen. Die Aktion/Bewegung die du clickst, ist, wenn dein Hund auf der Decke ist. Das ist dein Clickpunkt.

Beim Futterpunkt hast du nun mehrere Möglichkeiten:

  • Du belohnst deinen Hund genau dort wo er nach dem Click ist.
  • Du belohnst deinen Hund direkt auf der Decke in seinem Maul.
  • Du belohnst deinen Hund direkt auf der Decke - das Futter wird auf die Decke gelegt.
  • Du wirfst das Futter etwas von der Decke weg.

Je nachdem welches Trainingsziel du gewählt hast, solltest du dich für eine Variante entscheiden.

Soll dein Hund schnell lernen auf der Decke zu bleiben? Dann füttere ihn auf der Decke (b oder c)

Soll dein Hund lernen auf das Signal hin schnell die Decke aufzusuchen, weil er zum Beispiel schon recht gut oben liegen kann? Dann wirf das Futter von der Decke weg. Dadurch erzielst du in kürzerer Zeit mehr Wiederholungen, da dein Hund gleich wieder in Startposition ist und auf die Decke gehen kann.

Trainingstipp:
Überlege dir immer genau welches Verhalten du haben möchtest und richte deinen Click- und Futterpunkt danach!


Matching Law

Blog 021 happydoginsider3„Die relative Häufigkeit eines Verhaltens nähert sich sehr Nahe an die relative Häufigkeit der Verstärkung.“ Herrnstein 1963

Das heißt, wenn der Hund die Wahl zwischen zwei Verhalten hat, dann wird er das Verhalten mit höherer Wahrscheinlichkeit auf Verstärkung dem anderen mit niedriger Wahrscheinlichkeit vorziehen.

Was bedeutet das nun für unser Training?
Kurz gesagt: Verstärke nichts, was du nicht haben möchtest!
Das machst du doch sowieso nicht? Zumindest nicht absichtlich.

Die häufigsten Fehler sind:

  • Nach einem falschen Click wird der Hund trotzdem belohnt. Oft mit der Begründung, dass man nicht möchte das der Click abgeschwächt wird. Ok, kann man so machen – kostet dann aber doppelt (quasi für die Verstärkung durch den Click und die Verstärkung durch die darauffolgende Belohnung – beides nicht für das gewünschte Verhalten).
  • Leckerlis umsonst – weil der Hund es ja versucht hat oder so lieb schaut
  • Unsicherheit beim Kriterium – da wird z.B. der Hund belohnt, obwohl der Bauch beim Platzsignal nicht den Boden berührt – und das eigentlich nicht das ist was du gerade möchtest.

Wann solltest du noch an das Matching Law denken?

Zum Beispiel werden beim Shaping (freies Formen eines Verhaltens) kleinste Schritte in Richtung des gewünschten Zielverhaltens belohnt. Dabei solltest du bedenken, dass du ganz oft viele andere Dinge verstärkt hast, als das was du eigentlich im Endeffekt haben wolltest.

Fazit:

  • Lieber gar nicht belohnen, als zu spät!
  • Im Zweifel lieber nicht belohnen!
  • Habe immer einen Plan! (Kriterium, Trainingsziel)

Blog 021 happydoginsider4Besser kostet mehr!

Der Einsatz von unterschiedlichen Belohnungen für deinen Hund befriedigt Bedürfnisse und sind oft – wenn gut gewählt – die passenden Verstärker für gewünschtes Verhalten im Alltag. Dazu gibt es mittlerweile viele Beiträge und Tipps im WWW zu finden, wie du eine optimale Belohnungsliste für deinen Hund anlegen kannst.
Doch belohnst du auch besseres Verhalten besser und schlechteres Verhalten schlechter?

Man könnte auch sagen, dass es billiges und teures Verhalten gibt.

Ein billiges Verhalten ist zum Beispiel ein Sitz unter wenig Ablenkung. Zum einen hast du das wahrscheinlich schon sehr oft geübt und zum anderen muss sich der Hund dabei nicht wirklich anstrengen.

Ein teures Verhalten kann zum Beispiel der Abruf aus einem Spiel mit Hundefreunden sein. Zum einen fällt es dem Hund schwer, sich davon jetzt abzuwenden und zum anderen hat er ja auch noch einen Weg zurückzulegen bis er bei dir ist.

Trainingstipp:
Überlege dir für deinen Alltag was teure Verhalten sind und welche billige sind!
Belohne nach diesen Vorgaben und belohne nicht einfach alle Verhaltensweisen gleich bzw. nur mit einem bestimmten Verstärker weil es sich gerade anbietet.


Schnellere Signale!

Blog 021 happydoginsider5Du möchtest, dass dein Hund ein bestimmtes Signal schneller ausführt?

Hier geht’s zur Anleitung:

▷ Suche dir ein Verhalten aus, welches dein Hund schneller ausführen soll. Zum Beispiel dauert es dir viel zu lange bis er sich hinlegt? Dann wähle das Platz.

▷ Du brauchst 2 unterschiedliche Wertigkeiten an Belohnungen – zum Beispiel Trockenfutter und Streichwurst. Wähle wirklich eine ganz ganz besonders tolle Belohnung und eine Naja-Belohnung individuell für deinen Hund aus!

▷ Gib deinem Hund das Signal zum Hinlegen, zähle im Kopf die Sekunden, belohne ihn wie gehabt und schreibe dir die Zeit auf. Dies wiederholst du 5x.

▷ Jetzt hast du 5 Werte aus denen du die durchschnittliche Zeit, die dein Hund braucht um sich hinzulegen errechnen kannst. Nehmen wir an du hattest: 3, 2, 1, 3, und 2, dann ist dein Durchschnitt 2,2 Sekunden.

▷ Alles was nun schneller als 2,2 Sekunden ist belohnst du mit dem tollen Futter. Alles was darunter liegt belohnst du mit dem Naja-Futter.

▷ Mache Durchgänge von jeweils 7 Wiederholungen – dann machst du eine längere Pause.

Berechne zwischendurch immer mal wieder die Durchschnittszeit.
Na wie lange dauert es bis dein Hund sich flott hinlegt?

 

Weitere Artikelserien von tollen Kolleginnen findet ihr auf der Happy Dog Insider Facebookseite!

 

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