Ein Gedankenexperiment


 

 

Blogbeitrag im Rahmen der Blogparade für die Aktion „Tausche TV-Trainer-Ticket gegen Training“ anlässliche der bevorstehenden "Once upon a dog"-Tour von Cesar Millan in Österreich.
Alle bisher erschienen Blogartikel meiner Kollegen/innen findet ihr ganz unten.

 

Blog 020 gedankenexperiment autoSituation 1:

Du fährst mit dem Auto. Als Beifahrer fährt ein Freund oder eine Freundin mit. An einer Kreuzung nimmt dir plötzlich jemand den Vorrang und du musst bremsen. Du ärgerst dich darüber, schimpfst und wirst wütend.
Unvorhergesehen zwickt dich dein Freund/deine Freundin in den Arm. Du ärgerst dich weiter über den anderen Autofahrer und jetzt noch zusätzlich über die fragwürdige Aktion deines Freundes. Dein Gefühlszustand hat sich nicht verbessert, sondern lediglich in Unverständnis gebetet. Ach wie ärgerlich!

Was ändert die Handlung deines Beifahrers an deiner Situation? Wird sie besser oder schlechter? Ärgerst du dich deswegen weniger oder sogar mehr? Ändert es etwas an deinem eigentlichen Grund für den Ärger?

 

Situation 2:

Du fährst mit dem Auto. Als Beifahrer fährt ein Freund oder eine Freundin mit. An einer Kreuzung nimmt dir plötzlich jemand den Vorrang und du musst bremsen. Du ärgerst dich darüber, schimpfst und wirst Wütend.
Dein Freund/deine Freundin versucht dich zu besänftigen. Vielleicht hatte der andere Autofahrer einen triftigen Grund warum er so schnell wohin musste und dir den Vorrang genommen hat. Du kannst es ein wenig akzeptieren und dein Ärger verfliegt langsam, außerdem dreht dein Freund/deine Freundin das Radio mit einem guten Song auf und reicht dir ein Stück Schokolade.

Wie fühlt sich das an, wenn dir jemand stattdessen einfühlsam erklärt warum diese Situation so gewesen sein könnte und dich dann mit etwas das du magst aus deinen Emotionen holt?

 

Blog 020 gedankenexperimentWas hat das nun mit Hundetraining zu tun?

Eine leider gebräuchliche Methode um unerwünschtes Verhalten zu unterbrechen und bestrafen, die man vor allem von bekannten TV-Trainern immer wieder vorgezeigt bekommt, ist ein „Stupser“ in den Hals, die Flanken oder den Bauchbereich des Hundes. Oft wird dabei betont, dass dies ja nicht schmerzhaft für den Hund ist, sondern ihn nur unterbricht.

 

Jetzt ziehen wir den Vergleich

Wenn sich dein Hund „ärgert“ (bellt, knurrt, in die Leine springt,... was auch immer) weil ihm ein anderer Hund am Spazierweg zu nahe kommen möchte und er daraufhin einen „Stupser“ in die Flanken bekommt, verbessert dies seine Situation und auch seinen Gemütszustand nicht. Auch wenn betont wird, der Stupser ist nicht schmerzhaft.


Da stellt sich die Frage: Warum werden solche Methoden oft unreflektiert übernommen, ohne darüber nachzudenken wie es einem selbst in dieser Situation gehen würde?

Die eigentliche Frage sollte doch sein: Wie kann ich diese Situation für meinen Hund so gestalten, dass er sich nicht mehr „ärgern“ bzw. keine Angst, Frust oder Aggression mehr haben muss?

 

 

Bisher erschienene Artikel im Rahmen der Blogparade

It´s time to change - der Auftakt zu etwas Gutem - Margot Wallner / Grinsehunde

Vertrauen geben für den Sprung über den eigenen Schatten - Mirjam Cordt / DOG InForm

Strafen von Angsthunden - gefährlicher Unsinn! - Bettina Specht / Hundeschule und Hundepension Tirol

Wanderpokal Hund - Margot Wallner / Grinsehunde

Der Zweck heiligt die Mittel - Karin Immler / Know Wau

Gib mir Feedback, Bello! - Bardhi Murati / Couragiert

Warum ich auf Gewalt in der Hundeerziehung verzichte - Jessica Berger / Hundefälle

 

 

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